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Blog von Daniel Grewing

Silvesterlauf 2015 oder “Der Mann mit dem Hammer”

3. Januar 2016 Sport

Zum ersten Mal habe ich beim Silvesterlauf von Werl nach Soest teilgenommen. Der Lauf gilt als der größte Lauf an Silvester deutschlandweit. Bei der 34. Ausgabe liefen die etwa 6500 Teilnehmer wieder 15 km von Werl über die B1 nach Soest.

Das Wetter war ausgezeichnet, kein Niederschlag und für Silvester fast zu warme 10°C. Ich bin in Soest aufgewachsen, aber es kam mir nie in den Sinn mich vor dem Jahreswechsel noch über 15 km zu quälen. Dieses Jahr hatte ich mir den Wettkampf dann mal vorgenommen, mich einigermaßen darauf vorbereitet und über die Weihnachtstage immer nur zwei statt drei Portionen gegessen.

Der Lauf begann um halb zwei, für mich eher eine ungewohnte Zeit, laufe ich doch eher morgens oder abends. Dennoch begann der Lauf recht gut und ich konnte die ersten zehn Kilometer in meinem geplanten Tempo laufen. Zu Beginn hatte ich aber bereits ein kleines Hungergefühl. Ich hatte gegen neun Uhr ein kleines Frühstück und bis zum Lauf dann nur noch einige Bananen gefuttert. In Ampen, also fast genau bei dem Schild „10 km“, kam dann der Einbruch. Ich merkte bereits wie meine Beine ungewohnt müde wurden, ich bekam einen Hungerast und war völlig unterzuckert. Zum Glück, dachte ich, hatte ich noch eine kleine Tüte Gummibärchen (diese Minipackungen mit 10 Stück) und ein Traubenzucker dabei. Es ging dann bis etwa 12 km wieder, dann kam es aber ganz dicke. Meine Beine wurden schwach und mir wurde schwindelig, ich musste gehen. Zwischendurch konnte ich noch einige Kekse bei einer Zuschauergruppe ergattern, so dass ich die letzten 500 m in der Innenstadt von Soest wenigstens noch laufen und die Ziellinie laufend (und nicht gehend) überqueren konnte. Meine Zielzeit hatte ich natürlich lange nicht erreicht.

Das war schon ärgerlich, ich fühlte mich nämlich konditionell recht fit und war optimistisch mein Tempo die ganzen 15 km halten zu können, ohne mich so zu quälen, dass ich den Silvesterabend nur müde in der Ecke liegen würde. Ich hatte diese Erfahrung (“Hungerast” oder “Der Mann mit dem Hammer”) schonmal gemacht, aber leider bei meiner Vorbereitung nicht mehr genügend bedacht. Alles war perfekt organisiert, meine Lauftasche war gut gepackt und die Anreise nach Werl mit dem Zug stressfrei. Naja, nur meiner Ernährung kam dann etwas zu wenig Bedeutung bei und das rächt sich leider.

Aber immerhin konnte ich zum Jahreswechsel noch etwas lernen:

  1. Ich habe meinen Trainingsplan mehr oder weniger genau durchgezogen, trotz der vielen Weihnachtstermine im Dezember, der ganzen Weihnachtsorganisation und der dunklen Jahreszeit. Das ist also durchaus möglich.
  2. Beim nächsten Wettkampf werde ich penibel auf meine Ernährung achten und mich besser vorbereiten.
  3. Es macht sehr viel Spaß ab und an an solchen Events teilzunehmen.