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Blog von Daniel Grewing

Latte-Art

5. September 2015 Kaffee

Ich bin auch nicht unbedingt ein Fan von Latte-Art, also der Verhübschung des Milchschaums bei einem Cappuccino. Ja, es ist nett anzusehen und es gehört schon Menge Können dazu, Herzchen, Bäume oder andere Muster in den Milchschaum zu malen. Wenn aber der Kaffee nicht schmeckt oder der Milchschaum zu fest oder zu flüssig ist, taugt auch keine Kunst.
So deutlich wie in diesem Video würde ich meine Kritik aber wohl dann nicht ausdrücken: https://www.facebook.com/remedybylonsdalestroastersbelconnen?pnref=story

Wer die Kaffee-Kunst trotzdem toll findet, kann sich ja mal selber daran versuchen.

Kaffeerezepte und kalte Extraktion

16. August 2015 Kaffee

Man kann Kaffee in sehr vielen Variationen zubereiten und geniessen. Etwas pfiffiger wird es, wenn man noch andere Zutaten hinzufügt. Ich gebe zu, mir reicht ein Espresso, Milch und eine gute Kugel Vanilleeis. Die Sahnehaube muss nicht sein, ist aber nett anzusehen. Neben dem Eiskaffee gibt es noch viele andere Zubereitungsarten. Ich finde die Sammlung im Blog vom Coffee Circle sehr gut, nachmachen lohnt sich.

Diese Woche habe ich noch eine ganz neue Zubereitungsart kennen gelernt: Die Kaltextraktion von Kaffee. Es gibt unterschiedlichste Methoden Kaffee ohne heißes Wasser zuzubereiten. Im Beitrag der FAZ Alles kalter Kaffee werden verschiedene Methoden vorgestellt.
Ich habe gestern versucht die French Press Variante zuzubereiten. Kaffee in die French Press (bei einem Verhältnis von 50g Kaffee auf 1l kaltes Wasser) und etwa 14 Stunden gewartet. Ich habe dann den Kaffee nicht erhitzt, sondern kalt probiert. Ich fand ihn jetzt nicht ungenießbar, aber richtig überzeugen konnte mich dieser erste Versuch noch nicht.
Ich werde mich nochmal richtig einlesen, unter anderem hier:
Cold Brew und Ice Brew: Was steckt dahinter?
und dann berichten.

Zubereitung von French Press Kaffee

19. April 2015 Kaffee

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Bei röstart konnte ich diese Woche wieder einen vom ACE prämierten Kaffee ergattern, und zwar “El Naranjal” aus Kolumbien. In der Auktion “2014 Colombia Cup of Excellence® Competition” hat der Kaffee den 20. Platz belegt.
Bei röstart wurde mir empfohlen den Kaffee als French Press zuzubereiten. Deshalb möchte ich mal die Schritte zeigen, wie ich mir diese Variante zubereite. Die Schritte halte ich bei jeder Zubereitung ein, um die verschiedenen Kaffees für mich vergleichbar zu machen.

scales-1Vorbereitung
Für eine Tasse Kaffee nutze ich den 0,35l Kaffeebereiter von Bodum. Für diese Menge Wasser verwende ich 15g gemahlenen Kaffee (ich gehe da von der Empfehlung aus, für 1l 60g Kaffeepulver zu verwenden).

g3668Wasser kochen und aufgießen
Wenn das Wasser im Wasserkocher kocht und das sich Gerät ausschaltet, warte ich noch etwa 2 Minuten. Kaffee sollte mit einer Wassertemperatur von 92°C-96°C zubereitet werden (die 2 Minuten Zeitspanne habe ich bei meinem Wasserkocher mit einem Bratenthermometer bestimmt, sie sollte aber auch generell passen). Anschließend gießt man das Wasser langsam auf und rührt mit einem Löffel das Kaffepulver um.

g3934Ziehen kassen
Ich lasse den Kaffee nun genau 4 Minuten ziehen. Hier kann man die Dauer ganz nach Geschmack variieren, zwischen 3 und 10 Minuten. Anschließend presse ich den Stempel herrunter und gieße den Kaffee in eine Tasse.

credits: icons from “design by Freepik.com”

Cup of Excellence, der Oskar der Kaffeewelt

28. März 2015 Kaffee

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Für Kaffee werden verschiedene Qualitätssiegel vergeben. Es gibt Fairtrade, Transfer Germany oder nicht so bekannte wie Utz Certified oder Forest Grown. Ziel der meisten Labels ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Bauern, der Arbeitsbedingungen und mehr Transparenz über alle Abschnitte der Kaffeeproduktion. Eine Auszeichnung, die auch diese Kriterien bewertet, aber einen Schwerpunkt auf die Verkostung legt, vergibt die Alliance for Coffee Excellence Inc. (ACE), den “Cup of Excellence” oder den “Oskar der Kaffeewelt”. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation aus den USA. Diese arbeitet mit nationalen Organisationen der Kaffee anbauenden Länder zusammen und wählt hochwertigen Kaffee aus. Prämierte Kaffees werden anschließend auf Auktionen verkauft.
Die von der ACE ausgezeichneten Kaffees gibt es nur in sehr begrenzten Mengen. Vor kurzem hatte Röstart in Bochum einen Sack von einen dieser Kaffees. Davon habe ich mir eine Packung gegönnt (250g für etwa 10€), und zwar von Mauricio Rosales und seinem Vater Guillermo Rosales. Diese haben mit ihrem Kaffee den 9. Platz in der 2014er Auktion von Guatemala belegt, und das bei einer Auswahl von 1000 verschiedenen Rohkaffees.

Ich gebe zu, bei einer Blindverkostung hätte ich die Qualität nicht von einem anderen guten Kaffee unterscheiden können. Aber es macht Spaß, sich mit den Hintergründen des Kaffees, dem Land und den Menschen zu beschäftigen. Es ist ein bisschen wie beim Wein: Den kann man auch einfach saufen und in Tetrapacks aus dem Aldi holen. Man kann ihn aber auch genießen, sich mit den Reben beschäftigen, den verschiedenen Regionen und den Qualitätsmerkmalen. Der Vorteil beim Kaffee ist, dass man ihn einige Male am Tag trinken kann. Das könnte man mit Wein natürlich auch machen…
Der Vergleich hinkt weniger als er klingt. Für die Kaffeeverkostung, dem Cupping, gibt es ein sensorisches Vokabular (wie bei Weinproben), welches von der internationalen Kaffeeorganisation ICO geschaffen wurde.

Den Kaffee selbst habe ich mir als French Press Variante mahlen lassen. Zur Zeit ist das auch meine bevorzugte Zubereitungsform. Er schmeckt intensiver als z.B. bei der Filtervariante, weil mehr Inhaltsstoffe im Kaffee bleiben (= mehr Geschmack).

Bildernachweis
Ed Schipul, french press, https://www.flickr.com/photos/eschipul/8106234908